91 Millionen für den Traum vom Lotto-Glück
Potsdam (dpa) - Rund 91 Millionen Euro Einsatz war den Deutschen der Traum vom großen Lotto-Glück wert. Erst an diesem Montag wird klar sein, ob die Jagd auf den Jackpot zu Ende ist oder bei der Ziehung an diesem Mittwoch weiter geht.
Die - vorläufige Zahl - des Gesamteinsatzes beim Sturm auf den mit 26 Millionen Euro zweithöchsten Jackpot der Lottogeschichte am Samstag nannte eine Sprecherin der derzeit federführenden Land Brandenburg Lotto GmbH. «Dies ist ein Umsatzplus von 18 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.»Die Gewinnzahlen der Samstagziehung sind 10, 17, 27, 35, 42 und 46. Zusatzzahl ist die 18 und Superzahl die 2. Angesichts dieses Ergebnisses wagte der Sprecher der Berliner Klassenlotterie, Thomas Dumke, die Prognose: «Der Jackpot bleibt stehen.» Denn mit der 42 sei eine Zahl gefallen, die zu den seltensten gezogenen in diesem Jahr zählte. «Bei nunmehr 39 Ziehungen in diesem Jahr fiel die 42 nur fünf Mal.» Außerdem, so Dumke, seien die letzten großen Jackpots immer an einem Mittwoch geknackt worden.Träfe Dumkes Vorhersage zu, ginge es am Mittwoch um den höchsten Jackpot überhaupt.
Der bisherige Spitzenreiter liegt bei 26,7 Millionen Euro. Den Gewinn hatten sich am 15. Dezember 2004 zwei Spieler aus Nordrhein-Westfalen geteilt. Falls jetzt ein einziger Spieler den aktuellen Jackpot geknackt hat, bekäme er voraussichtlich eine Rekordsumme. Den mit 23,9 Millionen Euro bisher größten Einzelgewinn hatte im Mai 2005 ein Glückspilz aus Baden-Württemberg eingestrichen.Bei ihrem Sturm auf die Annahmestellen hatten sich die Tipper nicht von der Statistik abschrecken lassen: Nach Angaben der Lotto GmbH liegt die Wahrscheinlichkeit für sechs Richtige plus korrekter Superzahl gerade einmal bei eins zu 140 Millionen.
Noch am Samstag war der Ansturm groß. «Bei uns ist die Hölle los, es ist kaum zu bewältigen», sagte Claudia Sobotta, die im Berliner Kaufhaus KaDeWe Lottoscheine im Akkord annahm. «Jeder träumt vom ganz großen Glück.» Der Inhaber eines Frankfurter Lottoshops, Michael Mende, meinte: «Die ersten waren schon am Morgen vor dem Frühstück da.» Es seien auch Leute gekommen, «die noch nie gespielt haben». Mende musste ihnen zeigen, wie ein Schein ausgefüllt wird.Allein in Nordrhein-Westfalen setzten die «Glücksritter» knapp 21 Millionen Euro und damit 19 Prozent mehr als in der Vorwoche ein, wie der Sprecher der Westdeutschen Lotteriegesellschaft, Elmar Bamfaste, am Sonntag sagte. In Brandenburg stiegen die Umsätze sogar um etwa 25 Prozent, in Berlin um rund 15 Prozent. Dennoch sieht etwa der Sprecher von Toto-Lotto Niedersachsen, Herbert John, einen «Abnutzungseffekt» seit dem ersten Lotto-Jackpot in dieser Größenordnung im Jahr 2004. Schlangen vor den Annahmestellen seien trotz Super-Jackpot nicht mehr zu erwarten gewesen.
Wie stark das Lotto-Fieber viele Deutsche gepackt hat, zeigt sich aber zum Beispiel in München: «Wenn ich an den Jackpot denke, kribbelt es mir in den Fingern», sagte der Straßenbahnfahrer Stephan Breitsameter. Im Falle eines Großgewinns wolle er sich eine Hütte in den Bergen gönnen. Der 46 Jahre alte Werner Keilich würde beim großen Lotto-Glück dagegen einfach «alles machen, nur nicht in Deutschland bleiben.»


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