"La mamma" gewinnt 178 Millionen Euro

Der zweithöchste Lotto-Jackpot in der europäischen Geschichte ist in Italien geknackt worden. Der Gewinn summiert sich auf 178 Millionen Euro. Er geht an einen Systemtipp mit dem Titel "La mamma". Deshalb teilen sich 70 Gewinner im ganzen Land die Rekordsumme.
Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom
[Bildunterschrift: 70 Spieler teilen sich den Rekordgewinn im Superenalotto. ]
Es handelt sich um den größten Lotto-Gewinn in der italienischen Geschichte und um den zweithöchsten in Europa. Knapp 178 Millionen Euro beträgt die Gewinnsumme im Superenalotto. 129 Ziehungen lang hatte kein Spieler die richtigen Zahlen getippt. Die Rekordsumme geht allerdings nicht an einen einzelnen Gewinner. Die Lotto-Gesellschaft Sisal teilte mit, die sechs Richtigen seien diesmal auf ein Systemlos entfallen. Die 178 Millionen Euro werden deshalb auf 70 Gewinner verteilt. Diese erhalten je rund 2,5 Millionen Euro.
Losanteil kostete 24 Euro

Bei dem Systemtipp mit dem schönen Titel "La mamma" konnten Spieler mehr als sechs Zahlen aus 90 ankreuzen und so ihre Chancen vergrößern. Ein Losanteil war mit 24 Euro aber auch wesentlich teurer als ein regulärer Tippschein. Die Lottogesellschaft teilte erst spät am Abend mit, wie der Jackpot aufgeteilt wird. Denn die Systemscheinanteile konnten in den regulären Annahmestellen, aber auch online gekauft werden.
Die Gewinner verteilen sich auf ganz Italien - von Turin über Cagliari bis Salerno. Fast die Hälfte der Tipps wurde übrigens in oder bei Rom abgegeben. Genaueres ist aber nicht bekannt. Denkbar ist zwar, dass eine Einzelperson mehrere Anteile gekauft hat. Aber diesmal ist es nicht so, dass eine Tippgemeinschaft aus einem einzelnen Ort gewonnen hat. 1998 hatte ein ganzes Dorf den Jackpot geknackt: 100 Lottospieler aus Peschici in Apulien in Süditalien hatten damals gemeinsam 32 Millionen kassiert.
Bisheriger Rekordjackpot lag bei 148 Millionen Euro

Den mit 148 Millionen Euro bisher höchsten Einzelgewinn hatte es im Sommer des vergangenen Jahres gegeben. Der damalige Rekordjackpot hatte damals in halb Südeuropa einen beispiellosen Lotto-Wahn ausgelöst. Obwohl die Gewinnchancen im Superenalotto mit eins zu 622 Millionen extrem niedrig sind, gab es vor vielen Annahmestellen lange Schlangen. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fuhren Tipper extra nach Italien, um mitzuspielen. Als der Gewinn bekannt geworden war, hatte dies im Dorf Bagnone, wo der Schein abgegeben worden war, eine mehrtägige Freudenfeier ausgelöst. Der Sieger, soviel weiß man, holte seinen Gewinn inzwischen ab. Um wen es sich handelt, ist aber nicht bekannt.
Bei Rekordsummen schalten viele Italiener einen Notar ein, um anonym bleiben zu können - auch wenn der drei Prozent als Provision kassiert. Da die Lottogesellschaft am Abend zunächst nicht sagen konnte, wo genau die Gewinne erzielt wurden, wittert die Bewegung für Bürgerrechte übrigens Betrug. In der Tat sind alle Lose elektronisch erfasst - die Auswertung müsste sehr schnell möglich sein.
Staatsanwalt soll ermitteln

Der Chef der Initiative sagte, das alles sei sehr verdächtig, auch weil der Sechser auf einen von der Lottogesellschaft selbst angebotenen Systemschein entfiel. Schließlich seien die Gewinnchancen im Superenalotto extrem niedrig. Trotzdem gebe es mehr oder weniger alle sechs Monate einen Jackpotgewinn. Er forderte die Staatsanwaltschaft auf zu ermitteln, ob bei der Ziehung alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Diese erfolge schließlich elektronisch und nicht öffentlich. Er erinnerte auch an Ermittlungen der Carabinieri gegen die Mafiaorganisation 'Ndrangeta. Dieser soll es nämlich trotz der angeblich zugesicherten Anonymität gelungen sein, Gewinnerlose anzukaufen und einzulösen und auf diese Weise Geld zu waschen.
Unabhängig davon gibt es übrigens auf jeden Fall einen sicheren Groß-Gewinner: 2010 hat der italienische Staat durch das Superenalotto bereits 1,2 Milliarden Euro kassiert. Kommende Woche beginnt das Spiel wieder mit der Basisprämie. Aber schon dieser Jackpot liegt viel höher als jede Rekordsumme in Deutschland. Und so geht es am Dienstag bereits wieder um 45 Millionen Euro.


Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/lottojackpot100.html