Der erste Handelstag der jungen 888.com-Aktien an der Londoner Börse war gelinde gesagt eine ziemliche Enttäuschung.
Das einzig Positive, das wir dem abgewinnen können, ist, dass wir in der Zuteilung mit einer Stückanzahl bedacht wurden, die ohnehin an der Grenze der Wahrnehmbarkeit liegen und daher kein „echtes“ Geld verlieren konnten. Fundamental sehen wir den Titel jedenfalls als spottbillig an.
Das Halbjahresergebnis war in line und die Monate Juli und August brachten alleine im Pokergeschäft, wo Partygaming ja die Enttäuschung geliefert hat, 30 Prozent Wachstum. Die Prognose im laufenden Jahr bei rund 170 Mio. US Dollar einen Umsatz von 66 Mio. US Dollar Profit einzufahren, ist also eher zu konservativ. Das heisst aber im Umkehrschluss, dass es die Aktie aktuell zu einem KGV von rund 15 gibt.
Für eine Online-Gaming-Company finden wir diese Bewertung geradezu lächerlich, dazumal wir die Zukunftsaussichten wie im Prospekt dargestellt noch als tendenziell konservativ sehen.
So soll der Umsatz im kommenden Jahr um rund 25 Prozent steigen und im Jahr darauf um 20 Prozent, um im Jahr der Olympischen Spiele dann auch nicht noch einmal überdurchschnittlich zu wachsen.
Aufgrund der Struktur einer Online-Gaming-Bude führen ab einem gewissen Level, das 888.com ja bereits erreicht hat, weitere Umsatzsteigerungen zu überdurchschnittlichem Ertragswachstum - an sich leicht erklärt, weil die operativen Kosten ziemlich fix bleiben und die Marketing-Kosten als Prozentsatz des Umsatzes angesetzt werden können.
Für kommendes Jahr ist daher ein Ertragswachstum von 50 Prozent (KGV 10!) realistisch und in den beiden Jahren darauf nochmal je 30 bis 35 Prozent. Wir rechnen jedenfalls damit, dass 888.com im Jahr der Olympischen Spiele (Anm.: 888 ist eine Glückszahl in Asien, die Spiele in China starten wohl auch nicht aus Zufall am 8.8.2008 - daher sind die Spiele gerade für 888.com ziemlich wichtig und sollten einen noch deutlich höheren Wachstumsschub bringen können, als derzeit von uns einkalkuliert) rund 170 Mio. US Dollar Profit einfahren wird und nach Bekanntgabe dieser Zahlen nicht unter einem 12er KGV notieren sollte - eher höher.
Wir stufen die Aktie daher mit Kaufen und 6-Monatskursziel 220 pence ein, auf Sicht 3,5 Jahre erwarten wir zumindest eine Verdoppelung des Kursniveaus.
*Andreas Wölfl ist Gründer der Minerva Investments-Gruppe (www.minerva-investments.com), die sich auf alternative Anlagestrategien konzentriert.
Quelle: http://www.financial.de/newsroom/research/45029.html


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