Europäische Liberalisierung der Sportwetten und die bevorstehende Fussball-WM 2006 bescheren den Anbietern einen anhaltenden Boom
Eigentlich hätte der Wettskandal rund um Bundesliga-Referee Robert Hoyzer (verpfiff für Bestechungsgelder im Auftrag der Wettmafia Spiele) der Branche einen schweren Schlag versetzen müssen. Doch die Geschäfte mit den Sportwetten boomen in Deutschland - sogar fast mehr denn je. Geschätzte eineinhalb Milliarden Euro investierten die Deutschen im Jahr 2004 in Wettspiele privater Anbieter. Tendenz steigend.
Der Markt ist riesig - in Deutschland schätzt man den Gesamtmarkt derzeit auf 50 Milliarden Euro, dabei sind bislang nur Betandwin, Fluxx und Sportwetten.de überhaupt börsennotiert. Mit der Liberalisierung der Sportwetten-Gesetzgebung in Europa und mit Blick auf die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 stehe Deutschland vor einem Sportwettenboom, glauben Brancheninsider. Demnächst wird zudem auch noch das Bundesverfassungsgericht zum Thema Sportwetten zusammensitzen - eine Liberalisierung des Marktes wird gemeinhin erwartet. Der Deutsche Buchmacherverband geht infolge einer Liberalisierung des Sportwettengeschäfts von bis zu 30.000 neuen Arbeitsplätzen aus. "Langfristig gehen wir von 10.000 Wettbüros in Deutschland aus", sagt der Vorstandsvorsitzende der European Betting Association (EBA), Norbert Teufelberger, gegenüber dem Internetportal "Focus Money".
Börsianer steigen vermehrt in die noch junge Sportwettenbranche ein
"Beim Thema Sportwetten handelt es sich um ein Nischenthema, welches gerade massiv von den Privatanlegern gespielt wird", erklärt Matthias Schrade, Nebenwerteanalyst von GSC Research, gegenüber der deutschen Zeitung "Die Welt". "Und da es hierzulande nur wenige Papiere gibt, in die man investieren kann, legen diese seit Monaten eine Kursrallye hin." Mittlerweile zeigen neben Privatanlegern auch Aktionäre starkes Interesse an Sportwettenaktien und investieren in diese brandaktuelle und viel versprechende Branche. Auch wenn das Engagement noch steigerungsfähig ist. "Da es sich um ein relativ neues Geschäft handelt, haben sich viele Investmenthäuser bislang noch nicht mit dem Thema beschäftigt", erklärt Konrad Sveceny, Analyst bei der Erste Bank. Das könnte sich bei einem Anhalten der Erfolgsgeschichte der Sportwettenanbieter aber bald ändern.
Quelle: http://www.wirtschaftsblatt.at/pages/418320


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