Online-Spielbetriebe
Bei aller grellen Werbung mögen Internetspielbetriebe am liebsten schlechtes Wetter und notorische Verlierer. Die wichtigste Neuigkeit in den Q3-Rumpfzahlen von Partygaming (PG) ist das zehnprozentige Umsatzplus seit der teilweisen Trennung von Partnern wie Empire Online, die im Huckepack auf PGs Plattform und Spielern reiten. Das deutet darauf hin, dass PGs Größe schon irgendwie zählt. Die langen Winternächte sollten weiteren Schwung bringen, wenn die Wetthungrigen zu Hause bleiben, sich registrieren lassen und - mehrheitlich - verlieren. Die Anleger haben das schon getan. Wer auf die Emissionen von PG, Empire oder 888 Holdings setzte, hatte eine klassische Pechsträhne. Sogar nach dem Plus vom Freitag sind diese Aktien 27 Prozent unter Wasser. Mutige mögen weiter auf die zunehmende Breitbandnutzung und auf den wachsenden Anteil des Spielgeschäfts im Netz hoffen. Allerdings kann ein Satz von guten Schlüsselindikatoren noch nicht als Erholung gewertet werden, besonders so kurz nach den düsteren Halbjahreszahlen. Strategisch gesehen muss PG das Angebot schneller ausweiten. Blackjack mag zwar brauchbar sein, ist aber nicht gerade eine Innovation. Fürs Erste ist Sportingbet die favorisierte Aktie - obwohl auch sie trotz der besseren Diversifikation sehr unstet ist. Seit der Erstnotiz im Januar 2001 zu 120 Pence schwankte der Titel zwischen 18 und 383 Pence. Derweil scheint Empire, die nun mit einer eigenen Pokerseite aufholen will, der anfälligste Wert in einem Sektor, der voller Versprechen ist und dem doch kaum jemand traut.
Quelle: http://www.boerse-online.de/tools/ftd/796890.html


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