PartyGaming Das Spiel geht weiter
Dienstag 30. August 2005, 12:12 Uhr


Es gibt Spiele, die kommen nie aus der Mode. Während die meisten Menschen hier in Deutschland Poker für das typische Western-Spiel in verrauchten Saloons halten, hat in den USA eine regelrechte Poker Manie Einzug gehalten. Neben vielen bekannten Stars spielen viele Amerikaner zurzeit passioniert Poker. Die Geburtsstunde des jüngsten Pokerbooms lässt sich auf den März 2003 festlegen, als Amerikas "Travel Channel" eine revolutionäre Perspektive für seine "World Poker Tour" (W.P.T.) einführte: die Sicht von der Tischkante unter die beiden "hole cards" jedes ANZEIGE

Spielers. Was in allen Übertragungen zum Sterben langweilig gewesen war - nämlich ein Pokerspiel als blinder Beobachter zu erleben - wurde seit dem eine spannende Angelegenheit und animierte zum Spielen.

Dass man mit Poker und anderen Spielen im Internet viel Geld verdienen kann, zeigt sich an der auf Gibraltar ansässigen Firma PartyGaming, welche die größte Pokerwebseite im Internet partypoker.com und andere Glücksspielseiten betreibt.
Seit der Gründung 1997 ist PartyGaming eine Wachstumsgeschichte wie aus dem Bilderbuch: Im Jahr 2002 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 31,1 Mio. US-Dollar, ein Jahr später betrug der Umsatz schon 153 Mio. US-Dollar und 2004 rund 602 Mio. US-Dollar. Im ersten Quartal des Jahres 2005 konnte PartyGaming bereits 222 Mio. US-Dollar erzielen. Auch bei den Erträgen zeigt sich der Erfolg des Unternehmens: vor zwei Jahren betrug der Nachsteuergewinn 84 Mio. US-Dollar und im letzten Jahr 350 Mio. US-Dollar.
Diese Zahlen reflektieren nicht nur den Erfolg von PartyGaming, sondern auch den Boom am Online-Gambling-Markt insgesamt. Die Branchenumsätze für Online-Poker liegen bei schätzungsweise 8 Mrd. Dollar pro Jahr und sollen nach Expertenschätzung bis 2009 auf 23 Mrd. US-Dollar steigen. Die Einsätze bei virtuellen Pokerrunden belaufen sich auf 60 Mrd. US-Dollar pro Jahr. PartyGaming hat hierbei einen Marktanteil von ca. 55 Prozent.
Als PartyGaming im Juni mit einem Ausgabepreis von 116 Pence pro Aktie an die Londoner Börse ging, wurde eine Marktkapitalisierung von 4,6 Mrd. britischen Pfund erzielt. Damit war PartyGaming das größte IPO an der LSE seit Fünf Jahren und ein Kandidat für den FTSE 100.

Neben dem großartigen Wachstum gibt es aber auch deutliche Probleme. Zwar geht PartyGaming beim Pokern selbst kein Risiko ein, sondern sichert sich mit rund 2 Prozent des Einsatzes eine risikolose Kommission, hängt aber doch von der unsicheren Rechtslage bezüglich des Online-Glückspiels in den USA ab. Aus diesem Grund entschied sich PartyGaming auch für London und nicht New York als Börsenplatz. Das US-Justizministerium lies außerdem kürzlich verlauten, dass Online-Spiele Bundesrecht verletzten. Es laufe eine Gesetzesinitiative, die verhindern soll, dass für Online-Spiele Kreditkartenkonten genutzt werden können. Sollten entsprechende Gesetze verabschiedet werden, könnte das erheblichen Einfluss auf die Profitabililät des Unternehmens haben.
In diesem Zusammenhang wächst auch Großbritanniens Bedeutung, da dort die Regeln weit weniger strikt sind und sich dort zwei Drittel der Online-Spieler Europas befinden.

Die Deutsche Bank hat zwei Calls und zwei Puts sowie zwei Diskont-Zertifikate mit den Höchstbeträgen 160 und 180 britischen Pence auf PartyGaming emittiert.

Optionsscheine
Underlying WKN Art BzV Basispreis Laufzeit
PartyGaming DB6DCZ Call 1 170 15.06.2006
PartyGaming DB6DCY Call 1 200 15.06.2006
PartyGaming DB6DCX Put 1 150 15.06.2006
PartyGaming DB6DCW Put 1 120 15.06.2006

Diskont-Zertifikate
Basiswert Cap Stichtag WKN
PartyGaming 160 20.12.2006 DB4973
PartyGaming 180 20.12.2006 DB4974


Freiwillige Offenlegung möglicher Interessenskonflikte der dargestellten Aktie:
Die Deutsche Bank AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben Aktien des Emittenten, der bzw. dessen Finanzinstrumente Gegenstand der Finanzanalyse
sind, im Handelsbestand.

Quelle: http://de.biz.yahoo.com/050830/367/4o1us.html