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Wien (Reuters) - Die bwin.com Interactive Entertainment AG hat 2006 durch die Abschreibung der erst vor gut einem Jahr gekauften Pokerplattform Ongame wie erwartet tiefrote Zahlen geschrieben.
Der Jahresverlust belaufe sich auf 539,6 (Gewinn 6,4) Millionen Euro, teilte bwin am Donnerstag mit. Der Internet-Sportwettenanbieter liegt damit über den Erwartungen. Analysten hatten im Durchschnitt den Verlust auf 553,6 Millionen Euro geschätzt. bwin hat Ongame mit 515,1 Millionen Euro wertberichtigen müssen. Die USA haben praktisch jeden Zahlungsverkehr der mit Online-Glücksspielen zusammenhängt verboten, mit echtem Geld kann daher nicht gespielt werden, weshalb das Echtgeld-Angebot in den USA im Oktober eingestellt wurde. Der kontinentaleuropäische Marktführer bei Sportwetten hatte zudem im Vorjahr vor allem in Deutschland mit massiven Problemen zu kämpfen. Die deutschen Bundesländer wollen am lukrativen Glücksspielmonopol festhalten. Die Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofes stütze die Annahme von bwin, dass die bestehenden Monopole nicht zu halten sein werden. "Aufgrund des gerade in der letzten Zeit sehr massiven politischen Drucks zur Aufrechterhaltung der staatlichen Monopolsituation ist damit zu rechnen, dass dieser Status der Rechtsunsicherheit auf Gemeinschaftsebene noch einige Jahre andauern wird", ist das Unternehmen überzeugt, mittelfristig Recht zu bekommen. ROHERTRAG GESTEIGERT bwin hat bei Bruttoroherträgen von 381,8 (144,0) Millionen Euro ein Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) von minus 7,0 (plus 15,1) Millionen Euro erzielt. Auf den Plattformen der bwin wurden 1,85 Millionen neue Spieler registriert. 1,54 Millionen davon seien aktive Spieler, teilten die Wiener mit. Mit rund 225 Millionen eingegangenen Wetten wurden 2006 Wetteinsätze von 2,2 Milliarden Euro bei bwin umgesetzt. Rund zwei Milliarden Euro davon entfallen auf Sportwetten. Bei den Bruttoroherträgen entfällt mit 174,6 Millionen Euro rund 45 Prozent auf den Sportwettenbereich. bwin werden wie angekündigt, die Marketingausgaben 2007 halbieren. 2006 hatte das Unternehmen dafür knapp 190 Millionen Euro aufgewendet. bwin sponsert prominente Klubs wie den AC Milan, Werder Bremen u.a. Ein Effizienzsteigerungsprogramm soll bereits im ersten Quartal 2007 ergebniswirksam werden, hieß es in der Aussendung ohne nähere Angaben. bwin eröffneten in einem schwachen Wiener Markt 1,1 Prozent tiefer bei zuletzt 33,50 (33,89) Euro. Seit Jänner hat die Aktie rund 106 Prozent zugelegt. Gut 1,1 Milliarden Euro ist das Unternehmen derzeit wert. Weniger als ein Drittel des Wertes, den bwin vor einem Jahr hatte. http://de.today.reuters.com/news/new...archived=False |