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Die Speerspitze der Datenrevolution - Das Glück in der Hand
von Andrew Gellatly Endlich scheint die von der Mobilfunkindustrie seit langem versprochene multimediale Zukunft anzubrechen. Die Financial Times stellt Unternehmen vor, die dabei Vorreiterrollen einnehmen. Im fünften und letzten Teil der Serie wird das Spiel mit dem Glück in China beleuchtet. In China sehen Lottoziehungen anders aus als bei Franziska ReichenbacherLotterien sind in China ein Volkssport. Die Tang-Dynastie hat sogar den Bau der Chinesischen Mauer mit Lotterieeinnahmen finanziert. Zwar ist die Haltung der chinesischen Regierung in Sachen Glücksspiel für viele Telekomkonzerne noch unklar, anscheinend will Peking aber den Lotteriemarkt auf Vordermann bringen. Die Einnahmen aus diesen Geschäften könnten Projekte wie die Olympischen Spiele 2008 finanzieren. Chinas Technologiekonzerne arbeiten bereits mit den staatlichen und regionalen Lottogesellschaften zusammen. Unter Verwendung einfacher SMS- und WAP-Protokolle werden Lotterien übers Handy angeboten. Das Wachstumspotenzial ist enorm. Ende 2004 war China der weltweit neuntgrößte Lottomarkt. Der Umsatz ereichte 38 Mrd. Renminbi (rund 3,99 Mrd. Euro), 22,6 Mrd. davon kamen aus einer Lotterie für wohltätige Zwecke, die restlichen 15,4 Mrd. aus Sportlotterien. In den vergangenen fünf Jahren wurden jährlich über 50-prozentige Umsatzsteigerungen verzeichnet. Diese hohen Wachstumsraten zu halten ist im Lotteriegeschäft nicht einfach. Die Regierung will dies mit Handylotterien schaffen. Lottoscheine nur übers Handy erhältlich Jin Ling Li, der bei China Gloria Lottery Entertainment & Culture für die Geschäftsentwicklung verantwortlich ist, sagt: "Die Zahl der Lottokunden und der Pro-Kopf-Lottoumsatz sind in China geringer als in anderen Industrienationen. 2004 wurden pro Person nur 3,71 $ für Lotterien ausgegeben. In den wichtigsten Lottomärkten sind es 100 $." China Gloria will in Zusammenarbeit mit der nationalen Behörde für Sportlotterien regionale Sportlottoangebote starten. Die Lottoscheine dafür sind nur übers Handy erhältlich. Seit Mai 2003 können Kunden des chinesischen Mobilfunkbetreibers China Mobile Lottoscheine der Guangdong-Sportlotterie kaufen. Die Ergebnisse können über die WAP-Seite von Guangdong Fengcai abgerufen werden. Die Benutzer bezahlen monatlich 3 Renminbi Abogebühr und können pro Monat maximal 50 Renminbi ausgeben. Seit September 2005 können Kunden der Telekomunternehmen China Unicom und China Mobile Lottozahlen und -ansagen auch per SMS abrufen. "Lottospielen per Handy ist jetzt auch für den Mann auf der Straße möglich, der keine Kreditkarte aber wahrscheinlich ein Handy hat", sagt Simon Miller, ein britischer Lottoberater mit langjähriger Erfahrung im chinesischen Sportwettenmarkt. Die Ergebnisse sind ermutigend. Momentan nutzen 80 Prozent der 450 Millionen chinesischen Handynutzer SMS- oder WAP-Dienste. 2004 gaben die chinesischen Handybesitzer 4,4 Mrd. Renminbi für mobile Zusatzdienste aus. ftd.de, 29.11.2005 © 2005 Financial Times Deutschland, © Illustration: AP Quelle: http://www.ftd.de/tm/tk/32030.html |