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Der Trick mit der Kampagne
Heute gab es eine große Verkündung in Rheinland-Pfalz: Man startet eine große Kampagne gegen Spielsucht. Um das ganze noch ein wenig Medienwirksamer zu gestalten wurden gleich einige Prominente aus dem Sport angeheuert. Beim näheren hinschauen erkennt man jedoch, dass es sich eigentlich um „alte“ Freunde von Oddset handelt, denn so ist beispielsweise ein Jürgen Klopp schon lange mit Oddset verbunden, da es bis vor kurzem sogar eine eigene Oddset-Tribüne in Mainz gab, die man dann nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes doch lieber entfernt und umbenannt hat. Doch was hat es sich mit dieser Kampagne wirklich auf sich? Kampagnen dieser Art haben aus wissenschaftlicher Sicht keinen großen Unterschied zu ganz normalen Kampagnen wie normale Werbung, denn auch hier wird der Name der werbenden Firma immer wieder zur Sprache gebracht und es wird ein Image gepflegt, nämlich das der verantwortungsvollen Firma, die sich um ihre Kunden kümmert, damit diese nicht zu viel spielen. Wer dies nicht glaubt kann sich ja fragen wieso sie im Fernsehen nie „Nicht-Mehr-So-Viel-Rauchen“-Kampagnen sehen. Die Antwort ist ganz einfach, denn solche Art von Werbung ist verboten und zwar mit der Begründung, dass dies immer noch fürs Rauchen an sich werben würde und eben nicht fürs Nicht-Rauchen. Bei genauer Betrachtung ist deutlich erkennbar, dass es sich hierbei nur um eine etwas schlauer geführte Werbekampagne handelt, bei die für die Existenz des Monopols geworben werden soll. Deswegen war auch bei der Pressekonferenz immer und überall das Oddset-Logo zu erkennen, direkt neben dem freundlich lächelndem Jürgen Klopp. So nutzte auch der Aufsichtsrat von Rheinland-Pfalz Lotto die Gelegenheit um noch mal gegen das Bundeskartellamt zu wettern und packte das Argument des Jobkillers, da er sich Sorgen um die 1500 Arbeitsplätze macht, die mit den Lotto-Totto-Filialen zusammenhängen. Auch hier, wie bereits bei Bayern, meldet sich „zufällig“ jemand aus dem Finanzministerium, also der jenige der am meisten Angst um seine Einnahmen hat und bringt das Jobargument. Noch viel erschreckender ist es, dass hier wieder die Verflechtungen zwischen Politik und Lottogesellschaften sehr deutlich werden, denn der Aufsichtsrat Klaus P. Behnke ist gleichzeitig auch für das Finanzministerium tätig. Wir möchten hier nur an unseren Kommentar erinnern, den wir auch für den bayrischen Finanzminister übrig hatten: Und nun das Highlight der Argumentation von Kurt Faltlhauser: „Diese Entscheidung ist sozial inkompetent und zerstört Arbeitsplätze“. Das ganze wurde noch mit einem wunderbar sarkastische Kommentar gewürzt als Kurt Faltlhauser sagte, dass das Kartellamt “die kleinen Läden kaputt” mache und deswegen “einen Preis für Existenzvernichtung - Bravo!” verdienen würde. Genau diese Aussage muss für tausende von Existenzgründern, die durch die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz um eben diese Existenz gebracht wurden, wie ein lautes Auslachen klingen. Allein die private Wettbranche hatte bis zur Entscheidung, dass man Wettmonopol halten müsste nach Schätzungen um die 77.000 Arbeitsplätze geschaffen und dies war nur Anfang, denn unsere Schätzung ist, dass auch problemlos bis zu 200.000 Arbeitsplätze hier geschaffen werden könnten und zwar rein durch die Dienstleistungen der Filialen, also ohne die Firmen, die sich zusätzlich in Deutschland ansiedeln würden. Diese unverschämten Aussagen machen sich lustig über die Existenz tausender und haben nur ein Ziel: die Vertuschung. Es soll vertuscht werden, dass die wahren Ziele rein fiskalischer oder persönlicher Natur sind. Entweder will ein Finanzminister volle Kassen wie in diesem Falle oder einer der Herren in der Politik will sich wie im Falle des Bwin-Verbots in Sachsen seine Position in einem der Aufsichtsräte sichern. So bleibt zusammenfassend zu sagen, dass auch diese Maßnahme ebenso nicht an der Spielsuchtprävention ausgelegt ist, sondern nur ein weiterer Marketinggag um weiterhin in irgendeiner Form für Oddset werben zu dürfen. Quelle: Sportwetten-Magazin |